Wie man Stellenanzeigen wirklich zu deuten hat

Du bist dabei dich nach einem neuen Job umzuschauen und erschlagen von all den Stellenanzeigen und den damit verbundenen Fähigkeiten, welche du für die Firmen mitbringen solltest? Wenn ja, dann will ich dir mal etwas Erleichterung verschaffen…

Die üblichen Stellenanzeigen werden mit allen Anforderungen vollgepackt. Gesucht wird angeblich die eierlegende Wollmilchsau. Aber mal ehrlich. Wenn wir das alles sind, was sind wir dann wirklich. Sind wir das Schweinchen, welches Fleisch liefert. Dazu noch das Schaf welches Wolle produziert. Und zu allerletzt sollen wir auch noch das Hähnchen sein, welches die Eier gibt. Ist es wirklich sinnvoll alles gleichzeitig zu sein. Oder macht nicht doch die ein oder andere Spezialisierung oder Fokussierung Sinn. Ist es nicht auch für die Unternehmen besser, wenn wir Dinge sehr gut können und Spezialisten darin sind?

Das würde aber in vielen Fällen bedeuten, dass man nicht alle Kriterien der Stellenbeschreibung erfüllt.

Dazu kommt, dass Unternehmen in ihren Stellenanzeigen auch Anforderungen reinpacken, welche „nice to have“ sind. Pech nur, wenn das für die Kandidaten nicht deutlich hervorgehoben wird.

Die 80%-Regel

Ich bin ja der Meinung, dass in den allermeisten Fällen eine Erfüllung von 80% der Anforderungen reicht. Zumindest ist das meine Erfahrung die ich in meinen mehr als 10 Jahren im Personalbereich gemacht habe. Es bedeutet aber nicht nur irgendwelche 80% zu erfüllen. Sondern die richtigen! Oft ist es einfach herauszufinden, was die wirklichen Schwerpunkte sind. Eine Verkäuferin beispielsweise muss kundenfreundlich sein, sich mit Kassenführung auskennen, Kunden im Verkaufssegment beraten können und meist noch körperlich belastbar sein damit die Ware präsentiert werden kann. Wo liegen hier die 80%? Welche Fähigkeit könnte man in diesem Fall entbehren oder während des Jobs erst erlernen? Zu wissen, dass in vielen Fällen 80% reichen, macht es für dich aber entspannter, wenn du Stellenanzeigen liest.

 

Herausfinden des Schwerpunkts per Telefonat mit der Personalabteilung

Das Telefonat mit der zuständigen Personalabteilung wäre in vielen Fällen einer der ersten Schritte im Bewerbungsprozess. Wenn du dich mit der Stellenanzeige auseinandergesetzt hast und dir nicht ganz sicher bist, ob es wirklich passt, dann nimm den Telefonhörer in die Hand und frage nach. Solltest du mal keine ausreichenden Informationen bekommen (das sollte eigentlich nicht passieren), dann hast du es immerhin versucht. Das gibt dir zumindest die Möglichkeit im Anschreiben einen besonderen Einstieg zu schaffen und nicht mit der „üblichen“ Standardformulierung zu beginnen.

Spezialisierung / Expertenwissen hervorheben

Auch wenn du dir nicht sicher bist, was wirklich gefordert ist, hebe dein Expertenwissen / das was du hervorragend kannst hervor. Im Falle der Verkäuferin hebe beispielsweise die jahrelange Erfahrung hervor, deine Kundenfreundlichkeit. Mach in deiner Bewerbung darauf aufmerksam. Dinge, welche du nicht kannst lass aber nicht einfach unter den Tisch fallen. Ein neues Warensortiment kann man sich meist in kurzer Zeit merken und verinnerlichen, genauso wie man sich in verschiedene Kassensysteme einarbeiten kann. Wenn dein Expertenwissen / das was du hervorragend kannst für das Unternehmen einen Mehrwert bietet, so lassen sich die Personalabteilung und auch der Fachbereich von einer aussagekräftigen Bewerbung überzeugen.

Nicht entmutigen lassen

Was du nicht tun solltest, ist sofort „die Flinte ins Korn werfen“. Es gibt schlecht ausformulierte Stellenanzeigen, eine schlechte Abstimmung zwischen Personalabteilung und Fachabteilung, Änderungen der Anforderungen bei längerer Suche nach Mitarbeitern… und viele Gründe mehr, warum genau deine Bewerbung es nicht geschafft hat. Das ist zwar ärgerlich für dich, weil du so gut wie immer den wirklichen Grund einer Absage nicht erfahren wirst (Standardabsage. Das haben wir dem Antidiskriminierungsgesetz zu verdanken!). Aber es wird irgendwann passen! Da bin ich mir sicher.


 

Noch eine kleine Anmerkung:

Überprüfe deine Bewerbung auch im Hinblick auf die Wirkung (ist der Stil passend zum Unternehmen bei dem ich mich bewerbe).

Ist Papierformat gewünscht, reicht eine formlose E-Mail mit einem Lebenslauf als Anhang oder muss ich kreativer werden und vielleicht einen anderen Weg finden mich dem Unternehmen zu präsentieren.

Lass jemanden aus deinem Umfeld deine Bewerbung sehen. Bei mir persönlich war es ganz früher mein Foto, welches meinen Lebenslauf geziert hat. Eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass der Streifen auf meiner Schulter aussah wie ein BH-Träger. Mir war das nicht aufgefallen und so blieb mir sicher die ein oder andere Absage erspart.

Ich helfe Dir bei deinem Lebenslauf

Wenn Du möchtest, darfst Du mich gern unverbindlich kontaktieren. Ich gebe Dir eine Einschätzung zu deinem Lebenslauf. So bleiben dir Absagen aufgrund von Flüchtigkeitsfehlern oder Fehlinterpretationen erspart. Du darfst mir dazu auch gern eine E-Mail senden.