Wie berufliche Veränderungen dich zufriedener machen, wenn du denkst dass alles Mist ist

Ich habe mich nach der Schulzeit für eine Ausbildung entschlossen. Nach „reiflicher“ Überlegung (wenn man das so nennen kann, wenn man 17 ist und alles total ätzend) habe ich dann eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin begonnen. Warum ich das gemacht habe?

Es gab mehrere Gründe.

  • Ich wollte nicht mehr zur Schule gehen. (in der Ausbildung muss man trotzdem zur Schule)
  • Ich wollte was mit Menschen machen. (der Standardsatz, der eigentlich für fast jeden Beruf gilt. Oder halt, wenn einem nichts besseres einfällt)
  • Ich wollte auf die Mode-Designerschule. (das hat mir meine Mutter ausgeredet. Denn es würde ja zu viel kosten und wäre sowieso verschwendete Zeit)
  • Ich wollte Grafikdesign lernen. (da habe ich mich vom Aufnahmetest einschüchtern lassen, noch bevor ich es probiert habe. Und ich hatte mit irgendeinem fremden am Telefon darüber geredet und dieser städtische Mitarbeiter hat es mir ausgeredet, ohne dass er mich kannte)
  • usw und so fort…

Was ist stattdessen passiert?

Ich habe meine Ausbildung absolviert. 3 Jahre meinem cholerischen Chef am Zahnarztstuhl nur eine handbreit voneinander zugearbeitet.
Nach der Ausbildung bin ich in eine andere Praxis gewechselt. Ich wurde telefonisch abgeworben, weil meine neue Chefin begeistert war, dass ich die 3 Jahre Ausbildung bei dem Chef durchgehalten habe. Während der Zeit in der neuen Praxis wusste ich allerdings, dass das nicht alles gewesen sein konnte. Ich habe mich für eine weiterbildende Schule beworben und mein Abitur nachgeholt. Danach habe ich BWL studiert. Mit den Fachrichtungen Personalmanagement, Organisation und Kommunikation. Das war dann endlich eher meine Welt.

Während des Studiums habe ich zwei halbjährige Praktikas gemacht.
Ich habe hier gelernt, dass man nicht viel verändern kann, als Praktikant. Gerade wenn man jung ist und viele Ideen hat, so muss man sich hier besonders zurückhalten. Nicht, dass sich die alteingesessenen Kollegen noch auf den Schlips getreten fühlen.

Nach dem Studium kam dann aber erst recht das böse Erwachen. Ich bekam einen ersten Job. Die Bezahlung nicht so überragend. Aber die Aufgaben schienen interessant und herausfordernd. Allerdings habe ich spätestens nach einem halben Jahr gemerkt, dass ich mehr brauche. Mehr Herausforderung, mehr Abwechslung und weniger „Zeit absitzen“. Auch ein Jobwechsel ergab keine bessere Situation. Das gute war jedoch, dass ich während der Zeit eine Familie gründen konnte. 😉

Und was jetzt?

fragst du dich sicher. Dazu komme ich später.

Was ich dir nämlich auf den Weg geben möchte, wenn es dir in deinem jetzigen Beruf nicht gefällt. Du enttäuscht bist, weil sich trotz guter Leistungen keine Karriereleiter für dich aufstellt. Du frustriert bist, weil du nach dem Studium und den ersten Monaten im Job keine Ziele mehr hast. Ich möchte dir nur eines sagen…

Es ist nicht verkehrt deine jetzige Situation zu hinterfragen. Das ist es nie, selbst wenn vermeintlich alles für dich zu passen scheint. Du musst auch nicht direkt eine Lösung parat haben um deinen beruflichen Weg gehen zu können. Wenn dir mitten im Maschinenbaustudium einfällt, dass du eigentlich doch nicht so gut in Mathe bist und du lieber etwas kreativeres machen möchtest, dann ist es richtig dich zu fragen, ob der jetzige Weg für dich wirklich der richtige ist.
Oder du bist in einem Unternehmen angestellt und dir sicher, dass du deinen Job wesentlich besser ausfüllen würdest wenn du selbständig und in deine eigene Tasche arbeiten würdest.

Hinterfrage deine aktuelle Situation

Danach solltest du dir eine neue Perspektive (Vision) suchen. Hierzu nimmst du ein leeres Blatt Papier und schreibst alles auf, was dich beruflich zufriedener machen würde.

  • Wie möchtest Du arbeiten?
  • Wann möchtest Du arbeiten?
  • Wie viel Geld möchtest Du verdienen?
  • Welche Aufgaben würden dich inspirieren und dich begeistern?

Bei mir ist es schon immer so gewesen, dass ich meinem Umfeld genau zugehört habe. Ihnen (teils unbewusst) neue Sichtweisen auf die Situationen gegeben habe. Und Ihnen zur Seite gestanden habe, wenn sie sich verändern wollten.

Möchtest du mir dazu einen Kommentar schreiben? Oder gar eine persönliche Nachricht?
Ich würde mich sehr freuen zu lesen, was dich beschäftigt oder welche neuen Wege du schon begangen bist!

Die große Veränderung

Es muss nicht immer die große Veränderung sein. Es ist nicht nötig gleich den Job zu kündigen oder die Ausbildung hinzuschmeißen. Oft reichen schon kleine Richtungswechsel um wieder auf dem richtigen Kurs zu sein. Überlege doch mal, ob

  • eine Weiterbildung Sinn macht
  • du nur einen Arbeitgeberwechsel brauchst um in einer neuen Branche Fuß fassen zu können
  • die Abteilung XY deiner Firma nicht doch den interessanteren Job bietet
  • du dir nicht ein Coaching leisten möchtest, welches dir hilft Möglichkeiten und Optionen zu erkennen
  • die Probleme persönlicher Natur sind (die blöde Kollegin mit der du ständig zu tun hast)

Eine kleine Veränderung zu Beginn kann dich stärken und dir das Selbstbewusstsein geben, welches du für ein zufriedenes Berufsleben benötigst. So war und ist es beispielsweise bei mir. Ich mache mir oft Gedanken dazu, wo ich gerade stehe und wohin ich mich weiter entwickeln möchte. Was ich beruflich noch alles in meinem Leben erfahren möchte. Und gerade gibt es bei mir auch wieder eine Phase in der ein kleiner Umbruch stattfinden wird. Nach meiner Elternzeit werde ich nicht mehr (nur) in meinem „alten“ Job zurückkehren. Ich werde meine eigenen Pläne verwirklichen und mich somit freier von Arbeitszeiten bewegen können. Denn starre Arbeitszeiten machen mir Stress, meine zwei kleinen Kinder benötigen die Aufmerksamkeit die sie verdient haben. Und ich habe festgestellt, dass ich meine Arbeit auch in einem Bruchteil der 40 Stunden erledigen kann. Wozu die restlichen Stunden im Büro verbringen, wenn keine anderen Aufgaben auf mich warten? Wenn du in einer ähnlichen Situation steckst, dann empfehle ich dir folgendes Buch (Timothy Ferriss – Die 4 Stunden Woche).

Solltest du erkennen, dass dir das aber nicht ausreicht, dann lass dir gesagt sein… Male dir die schlimmsten Szenarien aus, die dir wiederfahren können, wenn du den neuen Weg gehst.

  • du bekommst nie wieder einen Job
  • du landest arbeitslos auf der Straße, weil du deine Miete nicht mehr bezahlen kannst
  • deine Familie verstößt dich, weil du einen großen Fehler gemacht hast

Bist du dir sicher, dass diese Dinge wirklich eintreffen? Die Wahrscheinlichkeit ist wohl eher gering. Irgendeine Möglichkeit wird sich immer auftun. Es ist nicht das Ende der Welt zu scheitern. Es ist viel schlimmer ewig den gleichen Weg zu gehen und dabei zu wissen, dass es nicht dein Weg ist!

Hast du Schwierigkeiten damit deine aktuelle Situation ausreichend zu beleuchten? Oder brauchst du neue Sichtweisen und einen Perspektivenwechsel? Dann schreibe mir eine kurze Nachricht und schildere mir deine Situation in wenigen Worten. Ich werde mir die Zeit nehmen und dir, auch gern telefonisch, beratend zur Seite stehen. Du bist dir nicht sicher, ob du so offen über heikle Themen reden kannst? Ich versichere dir, dass alles was geschrieben und gesprochen wird niemand anderer erfahren wird!

nicole.fromhold(Replace this parenthesis with the @ sign)gmx.de?subject=Bitte unterstütze mich!