Was macht für mich einen guten Arbeitsplatz aus? Viele Frauen sind unzufrieden mit ihrem Job und fühlen sich nicht wohl an ihrem Arbeitsplatz. Woher kommt aber diese Unzufriedenheit? Dem will ich heute ein wenig mehr auf den Grund gehen.

Das Arbeitsumfeld

Ein guter Arbeitsplatz beginnt mit dem Arbeitsumfeld. Sitze ich mit mangelhaftem Equipment in einer Ecke, in einem Minibüro, welches sich nicht richtig heizen lässt oder arbeite ich in einer Werkhalle in der die Lautstärke manches Mal am Tag fast unerträglich ist? Da wäre klar, dass ich unzufrieden bin. Aber es sind oft auch die Kleinigkeiten oder persönlichen Vorlieben die mein Arbeitsplatz unattraktiv erscheinen lassen. Wenn mir beispielsweise schon das Gebäude nicht zusagt in das ich täglich laufe. Oder mir an meinem Arbeitsplatz verboten wird private Gegenstände wie z. B. ein Bild von meinem Mann aufzustellen oder eine Pflanze für mehr Grün im Büro. Auch wenn ständig der PC abstürzt oder ich von meinem Arbeitgeber eine mir arbeitshilfreiche Software nicht genehmigt bekomme. All das kann meine Zufriedenheit schwächen.

Die Arbeitszeit

Ein guter Arbeitsplatz lässt mich die Arbeitszeit mit interessanten und herausfordernden Tätigkeiten verbringen. Weder fühle ich mich dauerhaft überfordert. Noch langweile ich mich schon früh morgens wenn ich zur Arbeit gehe. Ich schaffe etwas, was mich erfüllt und was meinen Talenten entspricht. Ich habe so viel Verantwortung wie ich es mir zutraue und kann so selbständig arbeiten, dass ich mich wohl damit fühle Entscheidungen selbst zu treffen. Schwierige oder nervenaufreibende Tätigkeiten halten sich soweit in Grenzen, dass ich mich glücklich schätze diese Arbeit machen zu können und zu dürfen.

Die Entwicklung

Ein guter Arbeitsplatz hat einen guten Vorgesetzten der mich fördert und auch genug fordert. Sollten mir Kenntnisse und Erfahrungen in bestimmten Bereichen fehlen, so erhalte ich von meinem Chef die Möglichkeit dies zu ändern. Entweder durch Schulungen oder durch Veränderung in meinen täglichen Tätigkeiten, so dass ich im Job die nötigen Erfahrungen sammeln kann. Dies gilt auch für Selbständige. Hier bin ich selbst mein Chef und muss dafür sorgen, dass ich mir notwendige Kenntnisse aneigne oder mich traue neue Erfahrungen zu machen, die für meinen Erfolg wichtig sind.

Das Betriebsklima

Ein guter Arbeitsplatz hat ein gutes Betriebsklima. Das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter sollte nicht durch Streitigkeiten, Unstimmigkeiten oder utopische Strategievorstellungen der Geschäftsleitung gestört sein. Auch am Arbeitsplatz sollte eine angenehme Atmosphäre herrschen. Ohne Gerüchte, Mobbing oder negativem Tratsch über andere Kollegen.

Die Kollegen

Ein guter Arbeitsplatz hat nette Kollegen im Umfeld. Man muss mit seinen direkten Kollegen nicht super befreundet sein und auch nicht alles über sein Privatleben preisgeben. Aber ein freundlicher und teamorientierter Umgang miteinander lässt einem auch die Arbeit leichter von der Hand gehen. Gibt es hier schlechte Stimmung wird es meist schnell persönlich. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Gesamtstimmung aus, sondern kann auch die Arbeitsqualität negativ beeinflussen.

Die Bezahlung

Ein guter Arbeitsplatz wird fair und pünktlich bezahlt. Oft erwartet man ja gar nicht das überdurchschnittliche Gehalt. Klar, das wäre schön. Meist ist es aber noch nicht mal selbstverständlich fair bezahlt zu werden. Da muss man auch nicht die Minijobs anschauen, bei denen das Problem bekannt ist. Auch nach einem guten Studienabschluss ist es nicht einfach einen gut bezahlten Job zu finden. Von der Ungleichheit zwischen der Bezahlung von Mann und Frau ganz zu schweigen. In manchen Branchen oder Firmen ist auch eine pünktliche Bezahlung nicht selbstverständlich. Gerade Kleinbetriebe nehmen sich hier oft Freiheiten heraus. Gehaltsanpassungen, zumindest an die Inflation, sollten auch selbstverständlicher werden.

Die Sicherheit

Ein guter Arbeitsplatz ist sicher und unbefristet. Die Arbeitsplatzsicherheit vermittelt dem Mitarbeiter ein gutes Gefühl. Er muss sich nicht ständig Gedanken darüber machen wo er denn seinen nächsten Job herbekommt, sondern er kann in Ruhe seiner Tätigkeit nachgehen. Wenn er Veränderungen anstrebt, dann kommt der Wunsch danach von ihm selbst. So kann er sich zwischen einer kleinen Veränderung seiner Arbeit beim gleichen Arbeitgeber oder zu einem Arbeitgeberwechsel entscheiden. Und die Gründe sollten dann auch nur privater Natur sein. Entweder die Suche nach einer neuen, spannenderen Tätigkeit oder ein Wohnortswechsel.

Flexible Arbeitszeit

Ein guter Arbeitsplatz hat lässt eine einigermaßen flexible Einteilung der Arbeitszeit zu. Das ist vielen sehr wichtig. Nicht nur den Eltern, welche ihre Kinder in Kita und Schule unterbringen müssen und diese früh am Nachmittag wieder selbst betreuen müssen. Auch Singles freuen sich darüber Arzttermine wahrnehmen zu können, ohne in ewige Diskussionen mit dem Arbeitgeber zu verfallen. Oder an etwas weniger beschäftigten Tagen früher gehen zu können um dann bei Hochbetrieb mal eine Stunde länger zu bleiben.

Kündigen oder gar nicht erst am falschen Arbeitsplatz landen

Fängt man in einem neuen Job an kann man nie sicher sein, dass dies nun der perfekte Arbeitsplatz für einen ist. Manche Dinge kann man eventuell ändern indem man sich mit dem Chef oder den Kollegen zusammensetzt und das Problem angeht. Meist merkt man dann, dass man mit seiner Unzufriedenheit nicht alleine dasteht. Dinge die gravierend sind und sich in nächster Zeit nicht ändern (lassen) wie beispielsweise unpünktliche Bezahlung sollten einen triftigen Grund darstellen sich ernsthaft Gedanken über eine Kündigung zu machen.

Mir selbst hilft es immer, wenn ich meine „Wunsch“-Vorstellung mit den derzeitigen Begebenheiten abgleiche. Dann stelle ich mir die Frage, ob ich etwas ändern möchte, kann oder es auch okay ist, wenn es eine Zeitlang so bleibt. Wenn das Ergebnis ein Verlassen der aktuellen Firma bedeutet, mache ich mir natürlich länger Gedanken darüber und wäge Vor- und Nachteile ab. Aber es ist schon mehr als einmal vorgekommen, dass ich den Schritt zu kündigen gewagt habe. Immer auf der Suche nach dem besseren Arbeitsplatz.