Du bist unzufrieden. Aber warum?

Man merkt es oft nicht sofort. Die Unzufriedenheit im Job ist ein schleichender Prozess. Doch irgendwann ist es soweit dass man sich beruflich verändern muss. Man merkt die innere Beklemmung und muss unbedingt was ändern, sonst wird man verrückt.

Ich hatte eine Kollegin, welche beruflich sehr unzufrieden war. Täglich kam sie ins Büro und war wenig motiviert in den Tag zu starten. Das ging über eine ziemlich lange Zeit so (fast ein ganzes Jahr). Dann war sie plötzlich weg.

Zumindest muss das für die anderen Kollegen so gewirkt haben. Tatsächlich war es ein langer, schleichender Prozess, der sie dazu brachte das Unternehmen zu verlassen. Ich habe mich in der Zeit oft mit ihr darüber ausgetauscht und muss sagen. So plötzlich, wie es nach außen schien, war es keinesfalls.

Man hatte sie für eine Tätigkeit eingestellt, welche sie nach kurzer Einarbeitung sehr gut erledigen konnte. Die im Vorstellungsgespräch versprochenen Weiterentwicklungsmöglichkeiten bzw. die Übernahme weiterer Aufgabenfelder hat sich aber nicht erfüllt. Das hatte mehrere Gründe, die ich hier nicht nennen kann. Jedenfalls hat sich ihre Tätigkeit auf ein enges Feld beschränkt. Ideen, welche von ihr vorgebracht wurden, wurden schlichtweg ignoriert oder nicht honoriert. Das hatte zur Folge, dass sie bei den wenigen „Sonderaufgaben“, welche ihr übertragen wurden immer weniger Motivation hatte ihre Sache gut zu machen. Dazu kam, dass sie diese Aufgaben, weil wenig anspruchsvoll formuliert, immer erst auf den letzten Drücker erledigt hatte. Die Ergebnisse waren dann auch nicht wirklich hervorragend. Was zur Folge hatte, dass ihr noch weniger „zugetraut“ wurde als zuvor. Ein Teufelskreis!

Es gab dann ein paar Gespräche zwischen ihr und dem Vorgesetzten. Allerdings mit wenig Erfolg. Ihre Bedenken und „Hilfeschrei“ wurden zwar angehört. Aber es änderte sich nichts. Weil er nicht den Bedarf sah sie zu unterstützen oder ihr wirklich zu helfen.

Nach einigen Monaten, in denen sie sehr mit sich gekämpft hatte – eine solche Situation lässt einen zweifeln – hatte sie sich dann entschlossen ihr „Glück“ bei einem anderen Unternehmen zu versuchen.

Sie überlegte sich genau, was ihr wichtig war. Was sie für Erwartungen an ihren neuen Job hatte. Wo sie arbeiten wollen würde (pendeln wie bisher würde sie nicht mehr ohne weiteres). Wie viel sie verdienen wollte. Und vieles mehr…

Sie bewarb sich auf verschiedenste Positionen und bekam ein paar Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Nach diesen Gesprächen konnte sie immer genauer beschreiben, was sie wollte und was nicht. Und ganz zum Schluss nahm sie einen Job an, der vom Ort her passte, bei dem sie selbständiger und in verantwortungsvoller Position arbeiten konnte. Und bei dem sie nicht nur mehr Geld verdiente, sondern auch die Anerkennung welche ihr zustand.

Wenn ich sie heute frage, wie es ihr geht bekomme ich nicht mehr zu hören wie schlecht es im Büro läuft und dass sie unglücklich ist. Sondern sie erzählt was sie im Urlaub, am Feierabend oder beim letzten Messeevent erlebt hat. Denn es läuft gut für sie und sie ist glücklich mit der Veränderung, welche sie als notwendig akzeptiert und zugelassen hat.

Wie erkennst Du, dass du eine Veränderung brauchst?

Berufliche Unzufriedenheit hat viele Ursachen.

  • Es ist nicht immer nur, die fehlende Herausforderung oder Monotonie.
  • Es kann auch die fehlende Sympathie zu Kollegen oder gar zum Chef sein.
  • Möglich ist auch die fehlende Anerkennung für die geleistete Arbeit.
  • Oder das liebe Geld fließt nicht leistungsgerecht.
  • Manches mal ist es auch ein Zusammenspiel aus allem.

Was ist das Problem und wie groß ist es.

Wichtig ist herauszufinden, was mich stört und wie sehr es mich stört. Dabei solltest du sehr ehrlich mit dir sein. Ist es wirklich nur eine Kleinigkeit oder nimmt das Problem einen sehr großen Platz ein und macht es mich sehr unzufrieden.

Danach suchst du nach einer Problemlösung. Und zwar für jedes einzelne Problem. Und das Ziel ist erst mal nicht, dass du davonläufst, sondern das Problem unter der Voraussetzung zu lösen versuchst, den Job zu behalten.

Erarbeite dir für die Problemlösung eine Strategie.

Gehe nicht kopflos bei der Problemlösung vor. Es bringt nichts sich mit dem Chef über fehlende Herausforderungen zu unterhalten und eine Woche später eine Gehaltssteigerung zu verlangen. Wenn du dann mehr Gehalt erhältst, herzlichen Glückwunsch! Aber das wird wohl nahezu nie der Fall sein! Mit einer Strategie behältst du den Überblick und siehst die Erfolge, wenn Veränderungen eintreten. Und du kannst selbstbewusst an die Problemlösung herangehen.

Setze deine Strategie in die Tat um.

Erst wenn du keine Veränderung in dem Maße erwirken kannst, dass du wieder zufrieden wirst, dann gehe den Weg fort vom Unternehmen, fort von deinem alten Job. Überlege dir, wo du hingehen kannst um deine Zufriedenheit im Job wieder zu finden. Akzeptiere die Situation und versuche diese zum Besten zu verändern.

Das schaffe ich nicht… Das kann ich nicht.

Doch, das kannst du schaffen. Du wirst die Kraft finden, deinen Weg zu gehen. Du wirst sehen, dass du die Veränderung bewirken kannst. Du sollst nicht in einem Job festhängen in dem du unglücklich und unzufrieden bist. Das bringt weder dir etwas, noch deinem Chef. Und ja, die Angst zu haben ohne Job dazustehen, die kann ich verstehen. Aber das ist doch kein Grund auf ewig unzufrieden zu sein, oder? Zudem hast du sicher viel mehr Angst deinen Job zu verlieren, wenn du ungenügende Leistung aufgrund deiner Unzufriedenheit erbringst. Zumindest hättest du da mehr Grund zur Angst, denn dein Chef ist sicher nicht begeistert, wenn er merkt, dass du nicht die Leistung erbringst die du solltest. Diese Kündigung möchtest du nicht erhalten.

Und wenn du das Gefühl hast dich im Kreis zu drehen, nicht aus der Situation entfliehen zu können oder keine Problemlösung zu finden. Dann suche dir Hilfe. Frag andere wie sie ihre berufliche Situation verbessert haben, wie sie ihre Probleme aus der Welt geschafft haben, wie sie mehr Gehalt erhalten haben, wie sie wieder mehr Respekt von ihrem Chef erhalten und auf einer Wellenlänge mit ihren Kollegen landeten. Es gibt für jedes Problem eine Lösung! Und deine Lösung wird dir mehr Zufriedenheit im Berufsleben bringen!